
Qualifizierung – ambulante Hilfen
Ambulante Hilfen zur Erziehung unterstützen Familien dort, wo sie leben. Sozialpädagogische Familienhilfe (§ 31 SGB VIII), Erziehungsbeistandschaften (§ 30 SGB VIII) und Erziehungsberatung (§ 28 SGB VIII) helfen, Alltagsstrukturen zu verbessern, Erziehungskompetenzen zu stärken und Krisen zu bewältigen. Angesichts des Fachkräftemangels werden zunehmend Mitarbeitende ohne klassische pädagogische Ausbildung eingesetzt. Diese praxisintegrierte Qualifizierung richtet sich an Quereinsteiger:innen aus dem sozialen Bereich sowie an Fachkräfte aus anderen Arbeitsfeldern, die in diesem Handlungsfeld Verantwortung übernehmen wollen. Sie vermittelt die rechtlichen Grundlagen, systemische Denk‑ und Handlungsweisen sowie Beratungs‑ und Kommunikationskompetenzen, um Familien professionell zu unterstützen.

Tätigkeitsfelder im Überblick:
01
Hausbesuche & Familienbegleitung:
Regelmäßige Besuche bei Familien, Hilfeplanung, Strukturierung des Alltags, Stärkung der Erziehungskompetenzen.
02
Hilfen zur Erziehung (§ 28–31 SGB VIII): Beratung, sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaften, aufsuchende Unterstützungsangebote.
03
Netzwerkarbeit:
Kooperation mit Jugendämtern, Schulen, Beratungsstellen, therapeutischen Diensten und weiteren Hilfsangeboten.
Inhaltliche Schwerpunkte der Qualifizierung:
-
Recht & Hilfeplansteuerung: Gesetzliche Grundlagen der Hilfen zur Erziehung (SGB VIII), Hilfeplanverfahren, Dokumentation und Berichtswesen.
-
Systemisches Arbeiten & Familienverständnis: Systemische Ansätze, Familienstrukturen und -dynamiken, Ressourcenorientierung, Sozialraumbezug.
-
Beratung & Kommunikation: Aktives Zuhören, Motivationsarbeit, lösungsorientierte Gesprächsführung, kultursensible Kommunikation, Konfliktmoderation.
-
Kinderschutz & Krisenintervention: Warnzeichen von Kindeswohlgefährdung erkennen, Gefährdungseinschätzung nach § 8a SGB VIII, Handlungsoptionen bei Krisen, Deeskalationsstrategien.
-
Stärkung der Erziehungskompetenz: Methoden zur Elternunterstützung, Aufbau von Familienstrukturen, positive Eltern‑Kind‑Interaktion, gewaltfreie Erziehung, Umgang mit Alltagsproblemen.
-
Interkulturelle & inklusive Familienarbeit: Kultursensibilität, Sprachmittlung, besondere Belastungen von Migrant:innen und Flüchtlingsfamilien, Inklusion von Familienmitgliedern mit Behinderungen.
-
Reflexion & Selbstfürsorge: Professionelle Rollenklärung, Nähe‑Distanz‑Balance, Umgang mit Belastungen, Burnout‑Prophylaxe, Supervision.

